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Interview mit Andrzej Pawe┼éczyk, K├╝nstler und Kurator der Galerie f├╝r zeitgen├Âssische Kunst ÔÇ×Miejsce sztuki44ÔÇť in Swinem├╝nde.

Die Galerie f├╝r zeitgen├Âssische Kunst ÔÇ×Miejsce sztuki44ÔÇť hat ihre T├Ątigkeit endlich wieder aufgenommen. Wird es gelingen, unter den Bedingungen der Pandemie ein hohes k├╝nstlerisches Niveau aufrechtzuerhalten?

ÔÇ×Daran wird sich nichts ├Ąndern. Zu zeigen, was in der polnischen Kunst am wichtigsten ist, ist die Voraussetzung f├╝r die Existenz dieser Galerie. Alles, was in der Kunst schwierig, aber wahr ist, wird weiterhin gezeigt. Wir haben immer Kunst gezeigt, die vielleicht nicht die einfachste ist, aber immer avantgardistisch. Hier, an der Grenze zwischen Polen und Deutschland, werden wir Kunst aus beiden L├Ąndern zeigenÔÇŁ.

Somit werden wir weiterhin erstklassige K├╝nstler erleben d├╝rfen?

ÔÇ×Nat├╝rlich. Und es wird mehr Ausstellungen geben, weil wir die verloreneZeit wieder gut machen m├╝ssen. Die Dauer der Ausstellungen wird aber k├╝rzer seinÔÇŁ.

Wie sind die Pl├Ąne f├╝r n├Ąchste Jahr?

ÔÇ×Ich bin bereits mit K├╝nstlern im Gespr├Ąch. Obwohl ich das Budget der Galerie f├╝r 2021 noch nicht kenne, gehe ich davon aus, dass sie weiterhin existieren wird. Wir werden auf jeden Fall viel zeitgen├Âssische Malerei zeigen. Wir werden junge Krakauer K├╝nstler und ihre gro├čformatige Malerei vorstellen, wir werden auch K├╝nstler aus Warschau ausstellen. Wir haben eine Zusammenarbeit mit der Kunstakademie in Stettin und Breslau geplant, vielleicht wird auch Danzig dieser Gruppe beitreten. Ich denke an eine Zusammenarbeit mit Galerien an der K├╝ste, aus K├Âslin oder Stolp, wo es eine ausgezeichnete Galerie f├╝r zeitgen├Âssische Kunst gibt. Wir beabsichtigen auch, die Bewertungen im Rahmen des FAMA-Festivals in der Wettbewerbsformel zu reaktivieren.

Wird es endlich m├Âglich sein, eine Zusammenarbeit mit der deutschen K├╝nstlergemeinschaft aufzubauen?

ÔÇ×Wir w├╝rden gerne eine breitere institutionelle Zusammenarbeit mit der deutschen Seite aufbauen. Bisher basiert sie auf privaten Kontakten. Es w├Ąre gut, wenn wir endlich einen gemeinsamen Ort f├╝r polnische und deutsche K├╝nstler auf unserer Insel schaffen k├Ânnten. Ich m├Âchte, dass es eine gro├če deutsch-polnische Galerie f├╝r zeitgen├Âssische Kunst mit einer polnischen und deutschen Besatzung gibt, die das Beste aus beiden L├Ąndern zeigt. Aber ich bin nur ein K├╝nstler und kann ein so gro├čes Projekt nicht allein stemmen. Ich w├╝nsche mir, dass die Aufgabe polnische und deutsche Beh├Ârden ├╝bernehmenÔÇŁ.

In der letzten Zeit ist das gro├čartige Jazzprojekt ÔÇ×Neue InselÔÇť in Swinem├╝nde aufgebl├╝ht. Wird es auch fortgesetzt?

ÔÇ×Ja. Ich habe mich, als die Galerie geschlossen war, am Projekt ÔÇ×Neue InselÔÇť ÔÇô einer Pr├Ąsentation von Jazz und improvisierter Musik ÔÇô beteiligt. Zusammen mit Andrzej Wisniewski haben wir interessante K├╝nstler engagiert. Ich musste jetzt aber mit dem Projekt pausieren, weil die Galerie wieder im Vordergrund stand. Aber ich denke, ich werde mich bald wieder erneut mit ÔÇ×Neue InselÔÇť besch├ĄftigenÔÇŁ.

Welche weiteren Ideen haben Sie?

ÔÇ×Ich denke an zwei v├Âllig neue Dinge f├╝r dieses Jahr. Zusammen mit der Fotografin Ewelina Brygu┼éa m├Âchte ich ein Projekt starten, das dem Mythos des Ortes gewidmet ist. Es geht darum, einen Kanon aus Legenden, Mythen und M├Ąrchen ├╝ber die Insel und die Region zu schaffen. Alles basiert auf Texten, Fotografie und Bildender Kunst. Ich denke, bereits im Dezember wird die erste Ausgabe erscheinen. Wir beabsichtigen, das Projekt auf die deutsche Seite auszudehnen und um Hilfe bei literarischen ├ťbersetzungen zu bitten, da es Texte ├╝ber die gesamte Insel Usedom sein werden. Das zweite Projekt betrifft die Er├Âffnung von ÔÇ×Club 44ÔÇť zusammen mit Dr. Marcin Soltysik. Das ist eine Diskussionsplattform, auf der wir kulturelle Trends und soziologische Ph├Ąnomene analysieren werden. Wir werden dazu Wissenschaftler und Forscher einladen. Es wird ein Projekt sein, das sich der Identit├Ąt eines Ortes widmet, einer Insel an der GrenzeÔÇŁ.

Wird es daf├╝r auf der Insel ein Publikum geben?

ÔÇ×Ich denke ja. Entsprechende Signale empfange ich von beiden Seiten der Grenze. Es gibt den Wunsch, hochwertige Kultur zu erleben. Ich bin ├╝berzeugt, dass es eine breite gesellschaftliche Zustimmung geben wird. Meine Sorge ist das ├ľkonomische. Das ist ein echtes Problem. Alles andere wird sich ergebenÔÇŁ.

Quelle: Ostsee Zeitung

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