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Die Ausstellung des ausgezeichneten Berliner KĂŒnstlers JosĂ© GarcĂ­a y MĂĄs „Do you see the Moon over Soho?” kann man bis zum 22. Juni in der Galerie fĂŒr Moderne Kunst „KunststĂ€tte 44” an der Armii Krajowej Straße 13 sehen.

- Wie fing das Abenteuer “Kunst” fĂŒr Sie an? Wann haben Sie begonnen, sich fĂŒr Kunst zu interessieren?

- Ich war etwa sechs oder sieben Jahre alt, als meine Eltern meine unbĂ€ndige Freude am Zeichnen entdeckten und mich in eine Malschule schickten. An meine ersten „Werke“ kann ich mich gut erinnern, es waren Kohlezeichnungen antiker griechischer Köpfe, die ich heute noch habe. Ich glaube aber nicht, dass KreativitĂ€t durch Erziehung beeinflusst wird, entweder man ist kreativ oder nicht. Erziehung vermag allerdings den geistigen Horizont zu erweitern, sie bildet sozusagen die Basis fĂŒr das, was man mit seiner KreativitĂ€t anfĂ€ngt.

Warum ist Ihre Malerei so politisch und sozial engagiert? Welches sind Ihre Themenschwerpunkte?

- In meinen frĂŒhen Jahren habe ich regelmĂ€ĂŸig die Meister in den Museen kopiert, vor allem Renoir. Ich war auch immer ein großer Fan von DalĂ­ und RenĂ© Magritte. Zu meiner jetzigen Malerei, die
sich oft auf konkrete gesellschaftliche MissstĂ€nde bezieht, inspirieren mich Magazine und Zeitungsartikel. Ich bin aber kein politischer Maler im klassischen Sinn, meine Themenschwerpunkte sind zeitkritisch, ein immer wiederkehrendes Sujet das Werden der EU und der Euro- Gedanke. FĂŒr mich ist Kunst in erster Linie ein Mittel, unsere Welt durch einen ironischen Filter zu reflektieren, bisweilen sogar sarkastisch auf den Punkt zu bringen. Ich liebe es zu dokumentieren, sei es nun Weltpolitik oder kulturelle und literarische Themen. Ich male aber niemals „unter der GĂŒrtellinie“, wenn się wissen, was ich meine


- Glauben Sie, dass Kunst die Welt verĂ€ndern kann? Welchen Platz nehmen Ihrer Meinung nach die Bildenden KĂŒnste im heutigen Leben ein?

- Die Bildenden KĂŒnste könnten im öffentlichen Leben durchaus eine bedeutende Rolle spielen; allerdings funktioniert das nur, wenn der Staat sich vermehrt fĂŒr die Schulbildung einsetzt, vor allem fĂŒr die entscheidenden Jahre in KindergĂ€rten und Grundschulen.

- Sie und Ihre Frau waren verschiedentlich auf Inseln beheimatet– warum haben Sie sich fĂŒr die Insel Usedom entschieden?

- Das ist richtig, wir sind beide auf Inseln groß geworden, meine Frau in England, ich auf den Kanarischen Inseln. Wir wollten immer schon direkt am Meer leben, die Kanaren waren uns aber zu
weit von Europa entfernt. Berliner Freunde ĂŒberzeugten uns schließlich von der Insel Usedom als dem „Nabel der Welt“!

- Wie sehen Ihre zukĂŒnftigen PlĂ€ne aus? An welchen kĂŒnstlerischen Projekten arbeiten Sie gerade?

- Zuletzt haben wir im Selbstverlag zwei BildbĂ€nde „Political Painting“ sowie „Contemporary Realist Paintings“ herausgegeben, derzeit entwerfe ich gerade ein „KĂŒnstlerheft“ im Auftrag
der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern.

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