Am Samstagnachmittag entdeckten Friedhofbesucher auf der Kriegsgräber- und Gedenkstätte Golm in Kamminke auf der Insel Usedom den Diebstahl von insgesamt drei Bronzetafeln. Vermutlich in der Nacht zu Samstag wurden zwei Gedenkplatten, auf denen sich die Namen von Opfern des Bombenangriffs auf Swinemünde am 12. März 1945 befinden, von unbekannten Tätern gestohlen. Die Tafeln waren nach der Klärung weiterer Schicksale zu den Jahrestagen des Bombenangriffs im März 2005 und 2008 enthüllt worden.
Die ca. 40 mal 80 cm großen Bronzetafeln zeigen 16 bzw. 12 Namen und das Datum der Enthüllung. Aus dem Eingangsbereich des Friedhofs, auf dem Tausende Bombenopfer und Soldaten ruhen, wurde ferner eine Gedenktafel gestohlen, die 1995 die damals noch existierende Heimatgemeinschaft der Swinemünder auf einem Findling aufgestellt hatte.
Der Volksbund als Träger der größten Kriegsgräberstätte Mecklenburg-Vorpommerns geht davon aus, dass es sich um einen besonders dreisten Metalldiebstahl handelt. Neben verschiedenen Akten von Vandalismus in den vergangenen zwei Jahren, geht damit die Ausplünderung der vielbesuchten Gedenkstätte weiter. Im Sommer 2009 war der Opferstock zum wiederholten Male aufgebrochen worden. Der Volksbund muss seither auf die Sammlung der wichtigen Spendengelder auf dem Golm verzichten. Im September 2009 war die bronzene Inschrift "Dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint" gestohlen worden, erst vor drei Wochen die ersetzte Inschrift aus Kunststoff zerstört worden. Mit dem Herausbrechen von Namenstafeln der Bombenopfer ist nun die Würde des Ortes nachhaltig beeinträchtigt worden.
Dr. Nils Köhler
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
Leiter der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm
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