Betritt man den Raum im Dachgeschoss von Rolf Theo Bruchhaus in Mölschow, dann taucht man in eine ganz andere Welt ein. Es ist eine Welt, bestehend aus Waggons, Loks und endlosen Gleisen, eine Welt voller Geschichten von Passagieren. Ursprünglich sollte das keine für die Öffentlichkeit gedachte Ausstellung sein. Auch ist nicht bekannt, wann genau aus der rein privaten Sammlung des Modellbahnfans eine inzwischen aus Hunderttausenden Einzelteilen bestehende Ausstellung wurde, deren Wert sich auf etwa 300.000 Euro beläuft.
Auf den Tischen wurden mit großer Sorgfalt und viel Liebe zum Detail kleine Szenen aus der Welt der Eisenbahn geschaffen: Reisende, die mit Kindern, Hunden und dem allgegenwärtigen Reisegepäck am Bahnsteig warten, LKW, die zur Laderampe fahren und Nebengleise, auf denen alte Loks repariert werden.
Zu sehen sind zudem ein Rummelplatz und eine romantische Szene, in der ein altes Pärchen aus der Kirche tritt. Gleich daneben eine Freilichtbühne, auf der eine Tanzgruppe ihren Auftritt hat. Ein paar Schritte weiter stehen Arbeiter aus der nahe gelegenen Fabrik nach Bier an. Es gibt auch Szenen mit Straßearbeitern. Einer von ihnen ist nur zur Hälfte zu sehen, denn er steht in einem Kanal. Es fehlt auch nicht an humoristischen Akzenten. Aus einer Höhle lehnt sich ein Drache und im Park sitzt ein Liebespärchen in liebevoller Umarmung auf einer Bank. Ein Stück finden archäologische Ausgrabungen statt. In der Mitte ein echter mumifizierter… Frosch, den Rolf Bruchhaus in seinem Garten gefunden hat. Er sieht aus wie ein prähistorisches Reptil.
Alles ist im Maßstab 1:200 dargestellt, was bedeutet, dass die Menschen in der originaltreu nachgebildeten Kleidung und in ihren alltäglichen Posituren etwa über ein halben Zentimeter groß sind.
Alles läuft wie im realen Leben
Die Makette spiegelt nicht die reale Welt wider, obwohl sie viele real existierende Plätze darstellt. Auf einer Seite ist der Bahnhof in Baden-Baden zu sehen, auf der anderen die Landschaft des Ruhrgebiets. Alles wurde jedoch nach den Vorstellungen der Autoren umgestaltet.
"Typisch für das Ruhrgebiet sind die industriellen Baulichkeiten. Und wir wünschten uns eben, dass dieser Teil unserer Makette so aussieht“, sagt Rolf Theo Bruchhaus. "An anderer Stelle gibt es Berge, die an Süddeutschland erinnern. Es gab einige Probleme, um dieses Gelände in angemessener Weise zu gestalten. Aber im Endeffekt haben wir in Mölschow ein Gebirge."
Wir sehen dort Tunnels, verschneite Abhänge mit Skifahrern. Manchmal dauert es 8 Monate bis vier Personen so einen Makettenteil entsprechend gestalten.
„Alles muss miteinander übereinstimmen“, erklärt der Eigentümer, „denn alle Züge können doch fahren. Auch einige Busse und Autos. Überall erleuchten die Lichter. Alles ist eine Widerspiegelung unserer Realität.“
Auch in dieser Welt kommt es zu Eisenbahnunfällen und –katastrophen.
12 Tausend Touristen jährlich
Die älteste Lokomotive ist 40 Jahre alt. Rolf Theo Bruchhaus sammelt schon seit langem Loks. Einen Teil davon hat er von anderen Modellbahnfans gekauft. Manchmal kauft er die Teile aus zweiter Hand oder auf Antiquitätenmessen.
„Die Gebäude kaufe ich in einem speziellen Laden“ erzählt er, „die bekomme ich in Einzelteilen. Diese werden in speziellen Fabriken in Holland hergestellt.”
Die Wintersaison nutzt er zur Erweiterung der Exposition. Ein weiterer Teil der Maketten befindet sich im Ausbau. Zurzeit werden historische Dampfloks auf die einzelnen Gleise gestellt. Wie die komplette Gestaltung dann aussehen wird, können wir schon im Frühjahr erfahren. Wenn man den Raum im Dachgeschoss wieder verlässt, wundert man sich nicht, dass diese Ausstellung schon einige Tausend Menschen besuchten.
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Foto mb
Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise sind in der multimedialen Präsentation zu finden.
Gisela und Rolf Bruchhaus
Hauptstraße 14
17449 Mölschow
Telefon: 038377 / 36180
Telefax: 038377/ 36182
Email: g.bruchhaus@gmx.de
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