Touristen sollen drauĂźen bleiben

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Ab dem 17. Oktober ist Schluss: Die Fähre „Bielik“ transportiert wochentags keine Autos von Touristen mehr, sondern nur noch die Einheimischen. Nur an den Wochenenden könne sie auch von Urlaubern genutzt werden. Die Stadtbehörden kündigten an, dass die neuen Regeln nur auf Probe eingeführt werden. Doch Vertreter der Tourismusbranche sind mit dieser Lösung nicht zufrieden. Sie vermuten, dass die Regelung ein schlechtes Licht auf die Kurstadt wirft.

Doch woher kommt der überraschende Entschluss der Stadt? Die Kurstadt beklagt sich seit Langem darüber, dass die staatlichen Zuschüsse für die Überfahrten zu gering seien und jedes Jahr einige Millionen Zloty zusätzlich investiert werden müssen. In diesem Jahr betrugen die Kosten für den
Fährbetrieb in denersten drei Quartalen 19,6 Millionen Zloty. Der Zuschuss aus dem Staatshaushalt habe
sich seit 2008 nicht verändert: jährlich beträgt er 22 Millionen Zloty. Nach Berechnungen der Swinemünder Reederei benötige man für den Fährbetrieb jedoch 31 Millionen Zloty. Seit Jahren beantragt die Stadt eine Erhöhung der staatlichen Förderung – aber ohne Erfolg. Während der Sommersaison kostet der Wochenend-Betrieb etwa 500 000 Zloty – zu viel für die Stadt Swinemünde.
Doch es gibt noch einen weiteren Grund, warum der Fährbetrieb für Touristen eingeschränkt werden
soll. Viele Swinemünder sind von den langen Warteschlangen genervt. Ryszard Teterycz ist der Initiator der Änderung und Vizepräsident des Stadtrates. Er betont: „Wenndie Regierung keine zusätzlichen Mittel für die Fähren ausgeben will, muss sich die Stadt zuerst um seine Bewohner kümmern. Wenn das Land die Subvention um 3,5 Millionen Zloty erhöht, werdenwir die alten Regeln wieder einführen.“ Der Sprecher des Präsidenten von Swinemünde, Robert Karelus, gab zu, dass die Stadt noch keine
Analyse durchführte, die beleuchtet, in wieweit Touristen die Fähre „Bielik“ nutzten. Es habe auch keine öffentliche Debatte zu dem Thema gegeben. Die Swinemünder wurden nicht gefragt.

Stellung bezieht jedoch die Swinemünder Touristenorganisation: „Wir leben vom Tourismus und möchten unseren Gästen einen maximalen Komfort bieten. Wir verstehen auch die Argumente der Bewohner, die jeden Tag, auch an den Feiertagen, zwischen den Inseln Usedom und Wollin verkehren müssen. In diesem Jahr haben die Fähren in der Sommersaison täglich etwa 10 000 Fahrzeuge transportiert. Das sind mehr als je zuvor“, erklärt Karelus.

Die Einschränkungen für die Urlauber, blieben von den Swinemündern weistestgehend unbemerkt. Es gab auch keinerlei Proteste der Opposition, da im November die Kommunalwahlen stattfinden und die Politiker nach Stimmen der Bewohner streben. Lediglich die Swinemünder Tourismusorganisation betonte, dass man in eine andere Richtung denken sollte.

„Wenndie Stadt für Touristen unzugänglicher gemacht wird, verursacht das nicht nur einen visuellen
Verlust, sondern auch einen wirtschaftlichen. Wir sollten alle MaĂźnahmen ergreifen, die die Wartezeiten
auf den Fähren verkürzen. Und das, bis eine dauerhafte Verbindung zwischen der Insel Usedom und Wollin fertig gestellt ist“, so die Stellungnahme der Swinemünder Touristiker.

Die Möglichkeit, dass die Fähre „Bielik“ am Wochenende und an Feiertagen von Urlaubern genutzt werden kann, wurde übrigens vor einigen Jahren auf Antrag der Tourismusbranche in die Wege geleitet.

Quelle: Ostsee Zeitung

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