Es gibt wohl wenig andere Dinge, bei denen die Wolgaster seit Jahrzehnten mit so viel Leib und Seele dabei sind: der Tierpark. Als jüngst der Wunsch laut wurde, genau hier einen größeren Spielplatz für die Kinder zu schaffen, engagierten sich hunderte Einwohner der Herzogstadt für eine Extra-Spendenaktion. Vergleichbar ist dieses Engagement der Menschen mit der Situation vor nunmehr einem halben Jahrhundert: auf diese Weise entstand seinerzeit der Tierpark, der allen Hindernissen zum Trotz auch künftig seinen Besuchern viel Freude bieten wird.
Die malerische Gegend nördlich von Wolgast, in welcher auch der Tierpark sein Zuhause hat, ist seit langer Zeit ein beliebtes Familienausflugsziel. Die natürliche, ja idyllische Lage war Ende der 1950er Jahre eine der wesentlichsten Gründe für die Entscheidung, hier ein Tierpark zu schaffen.
Im Herbst 1960 begannen die Bauarbeiten. In der Zeit des allgemeinen Mangels wurden die Bausteine aus dem von zahlreichen Bombenangriffen zerstörten Peenemünde rangeschafft. So konnte schon am 1. Mai 1961 der sichtbare Erfolg des überwiegend freiwilligen Arbeitseinsatzes dem breiten Publikum präsentiert werden.
Schon kurz nach seiner Eröffnung hatte der Wolgaster Tierpark 40 Bewohner. Dazu gehörten unter anderem zwei vom Rostocker Zoo geschenkte Braunbären, durch deren Zuchterfolge Wolgast in der ganzen DDR schnell bekannt wurde.
Im Übrigen waren die zoologischen Erfolg der Einrichtung oft einfacher zu erreichen, als solche Erfolge, die einen bürokratischen Hintergrund hatten. Erste kleine Bärchen erblickten nämlich bereits im Jahr 1965 das Licht die Welt, während die erste Telefonanbindung erst zehn Jahre später geschaffen werden konnte.
Die Geschichte des kleinen Zoos war stets von interessanten Ereignissen gekennzeichnet. So nutzte beispielsweise einmal die Braunbärin die Möglichkeit zu einem Spaziergang quer durch den Park, als sie unbemerkt ihr Gehege verlassen konnte. Ein andermal siedelte sich im Tierpark ein Pavian ein, den Seeleute aus Kamerun mitgebracht hatten. Nach achtmonatiger Seereise war er damals in Rostock angekommen und einer Zollkontrolle „entgangen“.
Auf dem 10 Hektar großen Areal des Tierparks leben derzeit etwa 500 Tiere aus 50 unterschiedlichen Arten. Zum Wappentier des Tierparks ist der Bär Hannes geworden. Besonders beliebt sind die drolligen Stachelschweine, schrullige Hängebauchschweine, flinke Otter sowie die braune Maki, die allesamt in Europa eher selten sind.
Dank dieser zoologischen Vielfalt ist der Tierpark Wolgast nicht nur ein Ziel für Familien- und Klassenfahrten, sonder auch ein lehrreicher Platz für Schulunterrichte außerhalb der Klassenräume. Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise sind in der multimedialen Präsentation zu finden.
Tierpark Wolgast
Tannenkamp
17438 Wolgast
tel/fax: +49 3836 - 20 37 13
email: info@tierparkwolgast.de
http://www.tierparkwolgast.de
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