Die Radtour nach Misdroy kann zu einem der interessantesten landeskundlichen Abenteuer werden, die uns die Umgebung bietet. Auf der östlichen Seite der Swine treffen die Modernität mit der Geschichte, die Industrie mit der Natur und der rohe Militärbau mit dem architektonischen Geschmack aufeinander. Wie auf allen anderen Ausflügen wird es uns auch bei dieser Gelegenheit an dem engen Kontakt zur Natur nicht fehlen.
Vom Fährenhafen Swinemündes auf dem östlichen Ufer fahren wir links vorbei an der Bahnstation, passieren auf dem Radweg den Bahnübergang entlang der Barlickiego Straße. Danach halten wir uns an die grünen Wegweiser des Radwegs „R-10”.
BAHNSTATION
Die Eröffnung der neuen Bahnstation „Ostswine” 1900 (heute „Warszow”) war die Krönung des über 10 Jahre dauernden Baus der Bahnstrecke zwischen Stettin und der Insel Wollin. Die Bahnlinie hat einen Tourismus- und Bauboom auf der Insel hervorgerufen, der bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges dauerte. Zusammen mit dem Gebäude der Station wurde der Wasserturm der Nutzung übergeben. Das Gebäude ist bis heute in gutem Zustand erhalten geblieben und vom Stellwerkgebäude umfasst. Auf dem Radweg R-10 biegen wir nach links in den gepflasterten Abschnitt der Barlickiego Straße ab, der schon nach wenigen Metern – hinter dem Bahnübergang - in einen Asphaltweg übergeht. Einen Kilometer weiter fahren wir parallel zu den Bahnschienen aus der Stadt heraus. Am Bahnübergang hinter der Schranke biegen wir nach links ab und fahren durch die Kurve in den langen Betonabschnitt der Ku-Morzu-Straße. Auf der rechten Seite befindet sich eine große Baustelle.
GASTERMINAL Die Investition wird auf über 4 Mrd. Zloty geschätzt und übersteigt damit alles, was auf den Inseln je gebaut wurde. Zwei riesengroße Flüssiggasbehälter mit jeweils 160.000. m3 Volumen sollen mit Gas ausgefüllt werden, das durch Rohre geleitet wird, die entlang der fast 3 km langen Strecke letztlich bis zur Mole führen sollen. Dort werden riesige Gastanker anlegen. Bevor wir das Ende der Straße erreichen, fahren wir an der Abzweigung des Radwegs R-10 vorbei, der durch den Wald nach Osten führt. Bevor wir weiter in Richtung Misdroy fahren, die notwendige Kraft in den Beinen vorausgesetzt, können wir den Ausflug um weitere 5 km verlängern, um einige interessante Sehenswürdigkeiten am östlichen Ufer der Swine zu besichtigen – den Leuchtturm und das Fort Gerhard. Um dorthin zu gelangen, müssen wir entlang des Radweges R-10 bis zum Kreisverkehr und dann in Richtung Westen fahren. Dabei fahren wir an den Bunkern der alten „Strandgeschützbatterie“ vorbei.
STRANDGESCHÜTZBATTERIE Die Batterie mit 4 Ferngeschützen vom Kaliber 150 mm wurde kurz nach dem ersten Weltkrieg aus Furcht vor der Landung maritimer Truppen der Entente gebaut. Auf einem kleinen Bunker wurde die Panzerkuppel des Entfernungsmessers installiert, der zum Anpeilen weit entfernter Ziel diente. Einige Dutzend Meter weiter biegt der Radweg R-10 in Richtung Leuchtturm und Fort Gerhard ab. FORT GERHARD Die in der Mitte des 19. Jhds. mit dem Westfort gebaute Wehranlage bewachte die Einfahrt in den Hafen. Es ist heute bei vielen Touristen dafür bekannt, dass seine Besichtigung in Form einer „Schulung” unter Aufsicht eines Offiziers in der Uniform der einstigen preußischen Armee erfolgt. Jede „Schulung“ endet stets mit einem Schuss aus der Festungskanone. Die echten Militaria-Liebhaber erwartet jedoch eine besondere Rarität: das Museum des Küstenschutzes mit einer reichen Kollektion an militärischen Exponaten aus der Zeit vom Beginn des 19. Jhds. bis zu Zeiten des Kalten Kriegs.
LEUCHTTURM Der höchste Leuchtturm an der Ostsee ist 64,8 hoch. Als er 1857 zur öffentlichen Nutzung übergeben wurde, galt er als Rekorderfindung der Welttechnik. Für die schöne Aussicht, die uns auf der Spitze erwartet, soll man nicht nur mit dem Kauf der Eintrittskarte bezahlen, sondern eben so mit der körperlichen Anstrengung: an die Spitze führt eine winkelige und steile Treppe mit 308 Stufen. Außerdem können die Besucher auch eine maritime Museumsausstellung besichtigen, die sich am Leuchtturm befindet. Wir fahren zurück – entlang des gleichen Radweges, der uns zuvor zum Leuchtturm und Fort führte. Am Ende des Wegs biegen wir nach links an die Küste der Swine ab. Hier befindet sich ein weiteres Wunder der Technik aus dem 19. Jhd. – die längste Mole an der Ostsee. Sie wird zurzeit umgebaut. Deshalb sollte es genügen, sie nur von weitem anzusehen.
OSTMOLE Die Mole mit der Länge von fast 1,5 km wurde in den Jahren 1818-23 gebaut. In einer Zeit, als weder Dampfmaschinen noch Beton für die öffentliche Verwendung zur Verfügung standen. Man wandte damals eine sichere holländische Methode an – es wurden unzählig viele Steinschichten mit riesigen Weidenmatten verbunden. Dadurch entstand ein unterirdischer Wall, der anschließend mit Steinblöcken ausgelegt wurde. Wir nehmen nun zurück den gleichen Weg, bis zum Radweg R-10 und zur Betonstraße - bis zur geraden Fahrbahn, die in den Wald hineinführt. Einige hundert Meter weiter, hinter dem Kreisverkehr, führt die Fahrbahn in den Wald hinein, und schneidet sich dort mit dem Radweg R- 0. Man sollte jetzt daran denken, dass der Weg nach Misdroy noch mindestens 20 km beträgt. Sollte die Kraft noch ausreichen, biegen wir in den Wald hinein und radeln weitere 2 km entlang eines zum Teil befestigten Weges. Nach 1,5 km zweigt der Weg auf der südlichen Seite in eine nun gepflasterte Straße ab, die bis zur so genannten „Glocke” führt.
”GLOCKE” Der monumentale Bunker entstand während des zweiten Weltkriegs und diente als Behelfsleitstand für die Geschütz - Batterie “Goeben“. Die Batterie liegt von hier über einen Kilometer entfernt. Seit die Metallkuppel nachgebaut wurde, dient der Bunker den Forstwirten zur vorbeugenden Brandschutzbeobachtung. Nach 8 km zweigt der Radweg in einen hügeligen Buchenwald nahe der Ostsee ab. Ein Stück weiter fahren wir schon nahe des Strandes auf eine Straße aus Betonplatten. Auf ihrer rechten Seite sieht man ab und zu Bunker.
BATTERIE ZAPOROWA Die Batterie „Liebesseele” gehörte zu den sog. Sperrbatterien, von denen die Nazis in den 1930er Jahren ein gutes Dutzend rund um Swinemünde gebaut haben. Eine solche Batterie setzte sich aus einigen Geschützen, einem Entfernungsmesser, großen Bunkerkraftwerken und einem Munitionslager zusammen. Gleich danach fahren wir an den ersten, im Wald versteckten Erholungszentren sowie an der großen neuen Apartmentsiedlung „Aquamarina” vorbei. Bis zum Misdroyer Stadtzentrum sind es nun noch etwa 1,5 km. Wenn wir an die Promenade und zur Seebrücke gelangen wollen, müssen wir vom Radweg R-10 noch vor dem Erholungszentrum „Gromada“ in Richtung Strand abbiegen. Hier beginnt die Fußgängerzone, die in die eigentliche Promenade übergeht – nämlich in die Bohaterów- Warszawy- traße, die uns direkt zur Seebrücke führt. Nach der Besichtigung von Misdroy können wir entweder so zurückfahren, wie wir gekommen sind - nämlich auf dem Radweg R-10 – oder über den roten Wanderweg, der am Kreisverkehr in der Stadt beginnt und uns bis zum blauen Radweg führt. Dieser dehnt sich entlang der Küste des Stettiner Haffs aus und führt schließlich nach Swinemünde.
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Dank des Portals mobil.swinoujscie.pl ist es möglich, sich die Bilder aus den Kameras, die auf die Zufahrten zu den Fähren gerichtet sind, direkt vom Handy aus anzusehen. Diese Dienstleistung wird sich für die Reisenden bestimmt als hilfreich erweisen. Der Zugang zu dem Portal ist gebührenfrei. Gebührenpflichtig sind allein die Nutzung der Internetverbindung sowie die Leistungen des Netzbetreibers. |
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Die gerade erschienene Frühjahrs-Ausgabe von "Swinoujscie - kostenlose Touristenzeitung" kann jetzt auch Online gelesen werden. Die bislang als gedrucktes Medium herausgegebene Zeitung erscheint nicht nur in Swinoujscie und auf der benachbarten Insel Wolin, sondern auch in den deutschen Seebädern von Ahlbeck bis Karlshagen und Peenemünde. |
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Die Zeitung fördert die Region Insel Usedom /Insel Wollin. Sie ist zweisprachig geschrieben, in Polnisch und Deutsch. Jede Ausgabe hat eine Auflagenhöhe von 25.000 Exemplaren, die auf beiden Seiten der Grenze verteilt werden. Natürlich kostenlos. Es ist eine touristisch geprägte Zeitung, die unsere Leser in diesen Tagen zum ersten Mal in der neuen Saison in die Hände bekommen. |
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Etwa 30 km Radwege in Swinemünde selbst, 150 km in Reichweite auf der deutschen Grenzseite und dazu einige hundert Kilometer gekennzeichneter Radwege in unmittelbarer Nähe – Usedom und Wollin haben sich wohl die Bezeichnung „Rad-Inseln“ verdient. Heute empfehlen wir Ihnen besonders eine Radtour in den Süden Usedoms, zu der ehemaligen Fischersiedlung Kamminke. „Ein guter Start für eine solche Radtour ist die UBBEndstation. Von hier fahren wir den Radweg an der 11-Listopada-Straße entlang, in Richtung Grenzübergang Swinemünde-Garz.“, erzählt Sławek Putresza, einer der Freunde von Orientierungsrallyes. |
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